Chronik
14. Jahrhundert
Radis gehörte im 14. Jahrhundert zum anhaltinischen Gebiet.
1373 / 1378 – Erste urkundliche Erwähnung als Rodiß (Urkunde in Weimar).
Ein festes Haus wird bereits erwähnt.
15. Jahrhundert
Durch mehrere Verkäufe des Gräfenhainicher Landes kam Radis an Sachsen.
1499 – Ein Herrensitz wird bezeugt, aus dem sich das spätere Rittergut entwickelte.
Besitzer: die Adelsfamilie von List aus Rackith.
16. Jahrhundert
Ab 1575 erscheint die heutige Schreibweise „Radis“.
1592 – Die Familie von List stirbt aus.
1599–1606 – Übergang des Ritterguts an Christoph Haugwitz, anschließend an die Familie von Bodenhausen.
17. Jahrhundert
Mehrere Pestepidemien prägen die Zeit.
1608 – Lehen im Besitz von Crafft von Bodenhausen.
1623 – Erwerb des Guts durch Crafft von Bodenhausen; seither Familienbesitz.
1654 – Umbau des einstöckigen Ritterguts; Amtssitz der Familie von Bodenhausen mit richterlicher und polizeilicher Funktion.
1655 – Guss der kleinen Glocke durch Meister Georg Billig aus Kemberg.
18. Jahrhundert
1754 – Carl Heinrich von Bodenhausen finanziert eine neue Orgel (190 Taler, Orgelbauer J. E. Hübner).
1759 – Radis wird als Kirchdorf mit Rittergut erwähnt (Quelle: Büsing, Neue Erdbeschreibung).
19. Jahrhundert
1812 – Im Pabstwald wird eine uralte Eiche gefällt; aus ihren Wurzeln fertigen Handwerksmeister Degen und Sohn den berühmten Radiser Eichentisch, ausgezeichnet auf der Pariser Weltausstellung 1889.
1845 – Gustav-Adolf von Bodenhausen schenkt den Tisch seinem Neffen.
1850–1870 – Bodo Wilke Freiherr von Bodenhausen lässt das Schloss restaurieren, aufstocken und den Park anlegen. Das heutige Dorfgemeinschaftshaus entsteht.
20. Jahrhundert
1906 – Verkleinerung des Schlosseingangs nach einem Brand.
1945 – Enteignung der Familie von Bodenhausen; Nutzung als Lazarett durch die sowjetische Armee.
1949–1960 – Nutzung als Kinderheim „Karl Marx“.
1960–1985 – Umbau und Nutzung als Schule, später Oberschule.
1990 – Wiedereröffnung des Schlosses als Jugendherberge Radis.
2020 – Corona-bedingte Schließung der Jugendherberge.
von Isabella Weber




